Zweiter Radl-Tag: Abens-Radweg

Zweiter Radl-Tag: Abens-Radweg

11. Juli 2018 2 Von Claudia

Marzling – Bad Gögging (65 km)

Der zweite Radl-Tag sollte mich von Manzing aus den Abens-Radweg entlang zur Abens und dann dieser entlang bis Bad Gögging führen.

Nach einer geruhsamen Nacht im Hotel brach ich nach dem frühen Frühstück auf, kurz nach 7 Uhr. Grund dafür war, dass ab Mittag Regenfälle vorhergesagt waren und ich so viel der Strecke wie möglich im Trockenen hinter mich bringen wollte.

In der Wegbeschreibung stand etwas von ein paar Anstiegen. Gefühlt waren es bis zu der Stelle an der ich nach drei Stunden Fahrt das erste mal auf die Abens traf, locker 100 Anstiege *schnauf*. Rauf auf den Hügel. Runter vom Hügel. Rauf auf den Hügel… Ich schimpfte irgendwann vor mich hin und musste ein paar Anstiege sogar hochschieben. Da tröstete mich die tolle Landschaft nicht wirklich darüber hinweg.

Highlight dieses sehr hügeligen Teils der Strecke war Bergen – das natürlich auf nem Hügel lag. Nach etwa 1 1/2 Stunden Fahrt hatte ich dieses erreicht, aber der Ort war eine einzige Baustelle. Der Radweg war ausgeschildert, aber plötzlich versperrte mit ein LKW den Weg. Da war kein Durchkommen, auch nicht mit dem Rad!

Ein alter Mann mit Rollator, der gerade die Bauarbeiten inspizierte, empfahl mir zurück und außenrum zu fahren. Ich gucke ihn entsetzt an und frage ob es nicht irgendwie an der Kirche vorbei ne Möglichkeit gäbe. Oben an der Kirche vorbei gingen doch nur steile Treppen. Das wäre mit dem Rad nicht möglich. „Danke, aber ich schau mir die trotzdem mal an“, meinte ich. Ich traf oben auf eine Frau, die trotz der Baustelle und der Tatsache, dass sie Abends nicht weiß ob und wie sie wegen der Baustelle nach Hause kommt, echt guter Dinge war. Doch, durch den Friedhof durch und dann führe ein Weg runter. Nicht befahrbar, aber schiebend sei das möglich.

Also trage ich mein Radl die vier Stufen hoch zum ummauerten Friedhof und finde auf den zweiten Anlauf das hintere Tor und dann – führt doch eine Treppe nach unten. Die ist allerdings nicht allzu lang und dann kommt der versprochene Weg. Dann am Ende des Wegs ist dieser versperrt: Baustelle! Aber ich komme mit dem Rad an der Absperrung vorbei und die ehemalige und zukünftige Straße ist grob befestigt – und so kann ich mich zur Hauptstraße und somit zum Radlweg durchschlagen.

Der Abensradweg führt (wie bereits gesagt hügelauf, hügelab) entlang von Nebenstraßen, vorbei an Getreidfeldern, an einem Biolandbetrieb sowie später Hopfen- und Maisfeldern. Endlich traf ich gegen 10 Uhr zum ersten mal auf die Abens. Ich war erleichtert, denn ich hoffte von nun an im Flusstal zu radeln.

Nun will ich etwas Strecke machen und auf flachen Wegen schnell nach Mainburg radeln. Dort will ich dann Rast machen. Von der Abend sehe ich nicht wirklich viel, aber die Strecke ist flach, doch kurz vor Mainburg erst mal der Schock: „Was? So weit noch bis Abensberg?!“

Blöderweise führte der Radlweg vor Mainburg erst mal durchs Industriegebiet, ich verlor den Radlweg des öfteren und war dann so genervt, dass mir die Lust auf eine Rast vergangen war. „Nur weg von hier!“, war meine Devise.

Als ich Mainburg verlies, folgte der Weg zunächst der Abens, was mich freute. Nun endlich gehts an der Abend lang! Doch die Freude währte nich lange. Schon nach wenigen Kilometern fuhr ich wieder auf kleinen Nebenstraßen. Hügel rauf und Hügel runter. Glücklicherweise waren die Hügel dieser Gegend weniger Steil und es waren weit weniger Hügel, aber es waren Hügel… Mir war nun klar: „Der Abensradweg ist eine Mogelpackung!“

 

In einem Ort quatschte mich plötzlich eine Frau an. Entweder hatte sie nen Schlaganfall oder so was oder war Dement, denn sie stand etwas hilflos mit einer Rolle gelber Säcke in der Hand da und hielt mich an: „Darf ich dich mal was fragen?“. Sie wusste irgendwie nicht wie man die abtrennt und dann oben zusammenbindet und was genau reingehört. Als sie Glas reintun wollte hielt ich sie davon ab mit dem Hinweis, dass wir in Regensburg dafür Glascontainer hätten. Da erinnerte sie sich, dass da am Friedhof einer stehen würde. Es wäre ja nicht Wirkich schwierig meinte sie, aber wenn man es schon lange nicht mehr gemacht hätte… Irgendwann konnte ich mich dann loseisen und lies sie mit den Müllsäcken alleine.

Viele Orte später kam Abensberg näher und näher. Kurz nach zwölf, also nach etwa 5 Stunden auf dem Sattel, kam ich dort an. „Erst mal in den Biergarten!“ Im Schatten des Hundertwasserturms aß ich Obazten und trank leckeres Radler.

 

Ich hatte noch nicht ausgetrunken, als Wind aufkam und sich der Himmel verdunkelte. Ich sah auf die Uhr. Ja, für diese Zeit etwa hatte die Wettervorhersage bis zu 80 % Regenwahrscheinlichkeit vorhergesagt. Ich zog mich mit meinen Sachen ins Zelt des Biergartens zurück als der Regen sturzflutartig loslegte. Ich kaufte mir dann noch einen Tee und stellte mich schon auf einen langen Aufenthalt dort ein. Doch noch bevor der Tee leer war stoppte der Regen und die Sonne schien schon wieder. Also rauf aufs Radl und weiter fahren bevor der nächste Regenschauer kommt!

Nach Abensberg folge ich nun „ältesten Handelsstraße Europas“, der Feuersteinstraße. Bereits in der Steinzeit wurden entlang dieser Route Feuersteine aus Abensberg/Kelheim nach Böhmen transportiert.

Gillamoos, die Kapelle St. Gilgen am Moos. An dieser Stelle gab es schon seit dem Mittelalter eine Kapelle für den Heiligen Ägidius. Ein paar Jahrhunderte gabs dann keine mehr bis zu einem Gillamoos-Jubiläum wieder eine errichtet wurde. Wer etwas mehr wissen will, der kann gerne diesem link zur Internetseite der Stadt Abensberg www.abensberg.de folgen.

Ich traf um etwa halb drei (also etwa 7 1/2 Stunden nach meinem Aufbruch in Marzling) in Bad Gögging ein. Mein Hotel liegt praktisch direkt an der Limes-Therme. Aber ich war zu müde am Abend um mich in warmes Wasser zu begeben. Ich wäre da drin doch glatt eingeschlafen… Die erste Therme wurde von den Römern errichtet, aber ob auch die Kelten oder die Menschen der Steinzeit auch schon von den heilenden Quellen in Bad Gögging wussten und dort Rast machten? Später im Kurhaus erfuhr ich, dass dies wohl tatsächlich der Fall war.

Allerdings erfuhr ich im Kurhaus auch, dass in Weltenburg wegen dem Niedrigwasser keine Schiffe anlegen. Darüberhinaus zickt mein Knie rum, dem die Hügel wohl nicht gut taten. Es ist wieder Regen vorhergesagt – und dann sah ich , dass auch noch ein Teil des weiteren Radlwegs gesperrt ist und ich ne Umleitung fahren müsste.

Aber ich war zu müde und zu konfus um noch an diesem Abend eine Entscheidung zu treffen. Also lassen wir uns gemeinsam überraschen was am nächsten Tag passieren wird. Sicher ist nur, dass eine – wie auch immer geartete –

Fortsetzung folgt …