Wales Coast Path Südküste

Wales Coast Path Südküste

17. Juni 2018 2 Von Claudia

Auf meiner Reise entlang der Südküste von Wales im Juli 2015 traf ich immer wieder auf den Wales Coast Path. In St. Davids bin ich dem Wanderweg einen Tag lang gefolgt, in Pembroke und Tenby habe ich mich mehr auf geschichtliches konzentriert. 

Pembroke

Auszug aus meinem Reisetagebuch:

Ich stehe vor diesem Schild und grüble: Wer war denn Henry Tudor, der spätere Henry VII, der hier in der Burg von Pembroke (Penfro in walisisch) geboren wurde? In meinem Kopf eigentlich klick machen, denn ich kenne den Namen. Dennoch stehe ich im Dunklen. Henry VII ??? Doch dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Klar, denn kenn ich doch von Shakespeare!

Als der Lord of Pembroke ohne Nachkommen stirbt, verleibte sich König Richard II Pembroke ein. Später wurde er abgesetzt von Henry IV (House of Lancaster). Dessen Sohn Henry V und Enkel Henry VI folgten auf den Thron. Doch letzterer war zu jung und zu schwach und das Haus York versuchte die Krone vom Haus Lancaster „zurückzubekommen“. Eine blutiger Bürgerkrieg brach zwischen beiden Häusern aus. Die eine Seite hatte die rote Rose als Symbol und die andere Seite die weiße Rose, daher spricht man heute vom Rosenkrieg bzw. den Rosenkriegen.

Die schwangere Mutter von Henry Tudor, dem späteren Earl of Richmond bzw. Henry VII  wurde deswegen zur Sicherheit nach Pembroke Castle zu Verwandten geschickt. Im Januar 1457 wurde Henry hier geboren. In einem Raum des Schlosses ist die Szene nachgestellt: Harry’s Mutter setzt in einem bequemen Sessel am Feuer. Die Amme legt den kleinen Henry in die Wiege und eine Dienerin wärmt ein Leintuch am Feuer.

Der Krieg wurde fortgeführt. Die Yorkisten kamen an die Macht. Irgendwie bekam Henry VI, und damit die Lancasters, die Krone kurzzeitig wieder zurück. Es folgte ein Gegenschlag der Yorks mit Richard III, der die Krone mit Morden und Kriegen zurückholte zum Haus York. Henry Tudor, the Earl of Richmond (unterstützt durch Lancaster-Anhänger) musste 1470 nach einem fehlgeschlagenen Sturzversuch erst mal fliehen um nicht auch von „Onkel Richard“ getötet zu werden.

Nach 14 Jahren, 1484, kehrte er aber aus Frankreich zurück und siegte über Richard III und eroberte so für die Lancasters die Krone zurück. Er wurde Henry VII.

Doch unser Henry war Klever! Er hatte aber die weise Voraussicht eine York zu ehelichen und so beide Häuser im Frieden zu vereinen – und begründete ein neues House, das House of Tudor. Das Ergebnis ist die rot-weiße-Tudor-Rose. Henry entmachtete die Barone und begann das Land zentralistisch zu regieren.

Ach ja: Henry VII. nannte seinen Sohn auch Henry und dieser regierte später als … *Trommelwirbel* … Henry VIII. Genau! DER Henry VIII, der mit den vielen Frauen. Unter Henry VIII wird 1536 mit dem (ersten) Act of Union Wales an England angegliedert. Um 1700 folgte ein weiterer Act of Union mit dem Schottland eingegliedert wurde (Großbritannien) und um 1800 nochmal einer. Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland (United Kingdom) war geboren. 

Aber ich schweife ab… Auf Henry VIII folgten nacheinander seine drei Kinder. Nur für ein paar Jahre Edward und dann Mary (beide starben nach nur ner Handvoll Jahren auf dem Thron) bis dann (endlich) Elisabeth I auf den Thron kam. Sie besiegte die Spanische Armada und führte das Land in ein goldenes Zeitalter. Es war die Zeit der großen Eroberungen und Freibeuter… Sie starb kinderlos und war somit die letzte Tudor auf dem Thron.

Die Burg hab ich natürlich besichtigt – oder was davon noch übrig ist. Ich verbrachte einen wirklich kurzweiligen Vormittag in der Burg. Es gab viel zu entdecken, sogar eine Musikaufführung, einen Kiosk mit Tee und Kuchen und so –  und Räume in denen mit lebensgroßen Puppen Situationen nachgestellt waren. Außerdem konnte man auf einige der Türme hinaufsteigen. 

Tenby

Auszug aus meinem Reisetagebuch:

Tenby ist der Ort von wo aus Henry VII (bevor er Henry VII wurde) durch einen Tunnel floh und somit sicher in Frankreich ankam.

Ich blieb nur eine Nacht hier und machte mich sofort auf um zu sehen was man hier noch so entdecken kann. Ich merkte schnell, dass Tenby ein tolles Städtchen mit Stadtmauer ist! Ein Badeort! Es gibt viele Strandgeschäfte mit Badebedarf, also Gummitieren, Luftmatratzen, Windsegeln und vielem anderen. Hier gibts einige schöne Strände um den Ort herum. Ich entdecke darüberhinaus noch viel anderes was mir gefällt. Eine Statue von Albert, Queen Victoria’s Mann. Ruinen, ne Kanone und immer wieder super Ausblicke aufs Meer.

Am nächsten Morgen bin ich früh wach und gehe erst mal laufen am Strand. Toll! Kleine Wollkneulhunde „fallen“ mich an und ich wechsle ein paar Worte mit Herrchen und Frauchen. Den größeren Hunden bin ich zum Glück egal. Zurück ins Hotel. Duschen mit grad mal so ausreichend warmen Wasser… Packen und dann mit Rucksack los zum Geocachen. Bald schon hab ich Jagdglück bei einer Bank an einem tollen Platz mit Blick aufs Meer. Ich bleib daher dort ne ganze Zeit in der Sonne sitzen und bringe mein Reisetagebuch auf den aktuellen Stand.

Dann wird’s Zeit zum Bahnhof zu gehen und weiterzureisen.

Carmarthen

Auszug aus meinem Reisetagebuch:

Nun, viel zu sehen gibt’s hier in Carmarthen nicht. Nach meiner Ankunft seh ich die Burgruine und biege erst mal dorthin ab.

Die Burg hier war mal eine der größten in Wales und das Zentrum der normannischen Herrschaft im Süden der Halbinsel. König Henry I lies die Burg bauen (1106 bis 1109) und sie wurde im 13. Jahrhundert zu einer richtig steinernen Festung ausgebaut. Sie hat viele Schlachten gesehen und selbst im Bürgerkrieg 1642-45 hat sie ihre Bewohner noch geschützt, wurde dann aber zum Teil zerstört. Der Rest wurde ein Gefängnis. In den 1930ern wurden noch ein paar Gebäude abgerissen um die neue County Hall zu bauen.

Aber sonst – ehrlich gesagt… Nichts weiter wirklich interessantes, auch wenn Carmarthen eine der ältesten Städte hier ist und die Römer da waren.

Es gibt nen Burger King, Waterstones, Café Noir, Marks & Spencers, Subways, … Leute! Ich bin zurück im Leben!!!  Ich hatte es vermisst. Die Stadt, Geschäfte, bummeln, untertauchen in der Menge! Ich bin zurück im Leben! Nicht falsch verstehen, Tenby, Pembroke und St. Davids waren toll und ich hab die Ruhe dieser Kleinstädte genossen, aber ich hab die Stadt doch vermisst.

Für teuere 17 £ hab ich mir nen neuen Buff gekauft mit Motiv Jakobsweg – er soll mich an meine Urlaubsidee oder -versprechen erinnern endlich mal richtig zu Backpacken, zu Fuß! Dieses Jahr hab ichs dann ja noch mit der Angst bekommen, hab umgeplant und bin nun mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, aber – es ist Zeit für was neues und der Gedanke fühlt sich richtig an. Vielleicht .. Na, mal sehen.

Auch wenn es mit einer Weitwanderung entlang des Wales Coast Path in diesem Urlaub nichts war, habe ich doch in Cardiff eine weitere Tageswanderung eingeplant. Daher kann ich hier sagen, dass eine 

Fortsetzung folgt …