Von Schloss zu Schloss entlang der Themse

Von Schloss zu Schloss entlang der Themse

4. Oktober 2018 4 Von Claudia

Kurzentschlossen habe ich im Herbst 2018 noch einen Kurzurlaub eingeschoben um meinen Weg entlang der Themse, den ich im Herbst 2017 per Schiff begonnen hatte, ernsthaft  fortsetzen zu können.

Die Tageskilometer  habe ich bewusst sehr knapp gehalten, um meinen bis dahin hoffentlich genesenen Fuß nicht zu überfordern. Die Option meine Reise entlang der Themse auf dem Schiff fortzusetzen hätte es nur im Sommer gegeben, aber im Herbst fahren die Schiffe nicht mehr. Ich habe die Etappen daher außerdem so geplant, dass an jedem Übernachtungsort ein Bahnhof ist, so dass ich diesen notfalls auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann.

Von Hampton Court nach Windsor Castle

Für diese Strecke sind zwei Wandertage geplant:

  • Hampton Court – Chertesey, ca. 15 km
  • Chertsey – Windsor, ca. 17 km, wobei ich notfalls ab Staines-upon-Thames (nach ca. 5 km) den Zug nach Windsor nehmen könnte, da dieser die Themse entlangfährt. So könnte ich weiter entlang der Themse reisen und dabei meinem Fuß Ruhe gönnen.

 

3. Etappe: Hampton Court – Chertsey

Bei strahlendem Sonnenschein stieg ich in Hampton Court aus dem Zug. Meine erste Amtshandlung war ein Selfie im T-Shirt auf der Brücke, die ich letztes Jahr nach der Schifffahrt total durchgefroren überquert hatte.

Der Thames Path führt zusammen mit dem Radlweg Nummer 4 entlang der Themse. Der Blick aufs Wasser war oft durch Büsche versperrt. Engländer mit Hunden, mit Kindern, auf Rädern und in Joggingklamotten laufend sowie in Alltagskleidung gemütlich schlendernd kreuzten meinen Weg. Es dauerte tatsächlich etwa ne 3/4 Stunde bis ich im Wandermodus war und endlich Tempo rausnahm und mich auf die Umgebung richtig wahrnehmen und genießen konnte.

Die Hälfte dieser Etappe hatte ich nach etwa 1 3/4 Stunden erreicht. Ich gönnte mir an nem Kiosk (fast) an der Themse einen Baked Potatoe mit Käse und ne Cola. Gut gestärkt ging’s ne halbe Stunde später weiter.

Bald darauf fing mein Fuß zu meckern an. Derart abgelenkt sah ich zwar das Schild, dass man im dem Thames Path weiter zu folgen zu bestimmten Zeiten der Fähre klingeln muss (laut), ging aber dennoch weiter. An der nächsten Kreuzung war kein Wegweiser mehr und mir dämmerte langsam was, doch dann sah ich das Schild vom Radlweg 4. Da dieser bisher auch die Themse entlanggeführt hatte folgte ich einfach diesem statt umzudrehen – und folgte bald ner vielvefahrenen Straße. Da mein Fuß eh meckerte nahm ich’s trotzdem positiv, weil dieser Weg kürzer war als auf dem Thames Path den Biegungen der Themse zu folgen.

Kurz vor Chertsey ging’s endlich wieder weg von den Autos und weiter auf Nebenstraßen. „Mist! Jetzt tut mein Fuß echt weh!“ Drei Stunden war ich zu diesem Zeitpunkt auf den Füßen gewesen. Aber ne knappe halbe Stunde hatte ich noch, bis ich im Hotel die Füße hochlegen konnte.

 

4. Etappe: Chertsey – Windsor

Am nächsten Morgen wage ich mich vorsichtig aus dem Bett. Was macht mein Fuß? Hm, fühlt sich besser an als befürchtet. Ich bin daher unschlüssig ob ich doch versuchen soll bis Windsor zu wandern oder abzukürzen. Ich musste jedoch auf jeden Fall die ca. 5 km nach Staines-upon-Thames gehen – und dort ist der Bahnhof von dem aus ich direkt nach Windsor fahren könnte. So beschloss ich die Entscheidung erst dort zu treffen.

Frohgemut zog ich also los. Mein erster Weg führte mich zur Thames-Bridge, der Brücke, die mich über die Themse und auf den am Vortag verlorenen Thames-Path zurück führen würde.

Gleich nach der Brücke links bog ich auf einen Trampelpfad ein, der zwischen Straße und Themse davonlief. Irgendwann gings von der Straße weg und auf weiteren Trails und gemütlichen Spazierwegen gings Schritt für Schritt meinem Ziel entgegen. Diesmal standen fast entlang der ganzen Strecke Häuser. Coole Teile mit Garten Richtung Themse und Zugang zum Wasser – dazwischen nur der Thames-Path…

Nach ca. 5 km und grob etwa 1 1/2 Stunden kam ich in Staines-upon-Thames an. An der Brücke gings hoch zur Straße und dann stand ich plötzlich vor dem Hotel in dem ich schon mal genächtigt hatte. „Hm“, überlegte ich, „wenn das das Hotel ist, dann…“

Da mein Fuß begonnen hatte sich nach einer Stunde Gehzeit zu beschweren begonnen und so beschloss ich die Strecke doch abzukürzen und von hier aus den Zug nach Windsor zu nehmen.

Ich hatte mich vorm Hotel orientiert und konnte mich so ohne einen Blick ins Handy auf direktem Weg zum Bahnhof begeben – und zwanzig Minuten sowie eine Tasse Tee später, saß ich bereits im Zug nach Windsor.

Leider war es entlang der Strecke recht bewachsen mit Büschen und Bäumen und so. So konnte man vom Zug aus von den großen Wasserflächen, an denen ich laut der Karte vorbeifuhr, praktisch nicht sehen – von Fotos brauchen wir gar nicht erst zu sprechen.

Nach etwa 20 Minuten Fahrt überquerten wir die Themse – und ich hatte es sogar geschafft dieses Ereignis auf Foto festzuhalten.

Kurz darauf fuhr der Zug in den einen der beiden Bahnhöfe von Windsor ein.

 

Durch die Zugfahrt war ich natürlich viel zu früh dran um im Hotel einchecken zu können und so gab ich erst mal nur meinen Rucksack im Hotel ab, ging dann was essen und spazierte danach durch die Einkaufsstraße von Windsor, die ich bei meinem letzten Besuch noch gar nicht gesehen hatte.

Punkt drei Uhr (also, so ungefähr) zog ich mich mit ausreichend Essen und Trinken ins Zimmer zurück um meinen Fuß hochzulegen. Insgesamt waren es am Ende des Tages dann doch etwa 10 km gewesen, die ich auf den Beinen war, sagt mein Wisch-Handy.

Jetzt hab ich ausreichend Zeit euch von meinem ersten Besuch hier in Windsor zu erzählen, bevor die …

Fortsetzung entlang der Themse folgt …