Ich ziehe einen weiteren Zugjoker

Ich ziehe einen weiteren Zugjoker

15. Dezember 2018 0 Von Claudia

Bisher musste ich auf dem Thames Path Schiff- und Zug-Joker einsetzen, um voranzukommen (siehe vorherige Beiträge über den Thames Path). An einen eventuellen Abbruch meines Vorhabens möchte ich weiterhin nicht denken – und so setze ich im Dezember 2018 wieder einen Zug-Joker ein, denn der Zug folgt hier recht genau der Themse, wie ihr der Skizze entnehmen könnt.

9. Etappe von Reading bis Oxford (ca. 63 km)

Ich wollte diesmal mit dem Joker aber nicht in erster Linie meinen Fuß schonen, sondern vielmehr etwas Strecke machen, da der Brexit bevorsteht und ich den Thames Path vorher abschließen möchte. Sollte es einen ungeordneten Ausstieg der Briten aus der EU geben befürchte ich Chaos auf den Flughäfen und da will ich nicht unnötigerweise reingeraten, sondern lieber erst mal nicht ins Vereinigte Königreich reisen, sondern abwarten bis alles wieder in ordentlichen Bahnen läuft.

Ich habe meine Wanderung mit Hilfe des Zug-Jokers um drei bis vier Wandertage verkürzt. So kann ich auf meiner nächsten Reise nach England die Quelle der Themse von Oxford aus erreichen.

Den ersten Tag meines Urlaubs verbrachte ich aber in London. Doch die Themse der Gezeiten bekam ich nicht zu Gesicht, denn ich hatte ein Date mit Harry Potter und dem Cursed Child. Doch davon erzähle ich nichts weiter, denn #KeepTheSecrets

Am nächsten Morgen bestieg ich dann am Bahnhof Paddington nach einem kurzen Besuch bei der Statue von Paddington Bear (das mach ich immer, wenn ich dort bin) einen Zug nach Reading. Dort in Reading hatte ich knapp 2 1/2 Stunden Aufenthalt und so zog ich los zu der Stelle an der ich letzten Herbst die Themse erschöpft und mit schmerzenden Füßen verlassen hatte.


Ich hatte vor etwas and er Themse spazierengehen. Doch am Ende war ich etwa eine halbe Stunde die Themse entlanggeschlendert, bevor ich der Themse den Rücken zuwandte um wieder zum Bahnhof zurückkehrte – entlang der Hauptstraße, weil sich irgendwie alles in mir sträubte die Themse in der „falschen Richtung“ entlangzulaufen. Naja, wenn ich sonst keine Probleme habe …

Nach einem Tee und Shortbread im ‚Pret A Manger‘ neben dem Bahnhof bestieg ich den Zug, der mich in ner knappen halben Stunde mehr oder weniger an der Themse entlang nach Oxford bringen sollte (siehe Skizze oben). Beim Besteigen des Zugs stellte ich fest, dass ich mir für diesen Teil der Reise ein erste Klasse Ticket gegönnt hätte. Wenn schon Joker auf dem Thames Path, dann aber vergoldet *lach* Ich war ganz gespannt wie oft ich einen Blick auf den Fluss würde werfen können – und ob es mir möglich sein wird auch Fotos zu machen?

„Beweisfoto“ – das war noch das Beste meiner Versuche die Themse auf der Zugfahrt zu fotografieren

Ja, das mit dem Blicke werfen klappte tatsächlich – weil Winter war und die Uferbewachsung blattlos, denn die Ufer der Themse waren auch hier beidseitig mit Büschen und Bäumen bewachsen. Mehrmals auf der Strecke sah ich die Themse entweder neben dem Gleis oder beim Überqueren. Im Sommer hätte ich bei dieser Zugfahrt nicht wirklich viel vom Wasser gesehen. Allerdings waren Bilder durch die blattlosen Äste hindurch nicht wirklich drin.

Dann war ich in Oxford. Bei meinen bisherigen Aufenthalten hier hatte ich nur die Kanäle gesehen, die Oxford durchziehen, aber nicht die Themse – glaube ich zumindest. Doch bei 2 1/2 Stunden Aufenthalt sollte Zeit genug sein um auch hier einen Blick auf die Themse zu werfen. Nach meiner Ankunft spazierte ich daher umgehend zur Themse, die an der inneren Stadt vorbei und hinterm Bahnhof rumführt.

Die Themse ist Richtung Zentrum mal in ein Flussbett gezwängt, in meiner Gehrichtung, also Flussaufwärts wurde es aber schnell wieder natürlicher. Beide Ufer sind bewachsen und von Zeit zu Zeit Ankern Narrowboats am Ufer. Reiher und Gänse teilen sich das Ufer und auf den Wiesen Weiden Schafe, Kühe und Pferde. Ja, es geht eindeutig bereits raus aus der Stadt. Der malerischen Themse folgte ich etwa ne halbe Stunde Flussaufwärts. Sie kam mir so im mehr oder weniger direkten Vergleich mit Reading schon wieder ein ganzes Stück schmäler vor.

Ich folgte der Themse wieder etwa ne halbe Stunde bis zu einer Stelle an der ich durch einen Park zu einer Nebenstraße gelangen konnte, die mich wieder zum Bahnhof zurückführen würde – an der Themse entlang geht’s ja niemals  in Fließrichtung mit, ihr wisst schon…


Tja, und schon hab ich das Themsenabenteuer für diesen Urlaub beendet. Bis ich in Oxford wieder den Zug bestieg war ich (mangels Schließfächern am Bahnhof) dann doch 12 km mit dem Rucksack unterwegs gewesen. Ich hab mir in meinem Sneakern ne Blase gelaufen. Eigentlich wollte ich ja nicht wandern, daher hatte ich keine zum Wandern geeigneten Schuhe dabei. Na, man kann eben nicht auf alles vorbereitet sein.

Oxford war nur eine kurze Zwischenstation, denn ich reise weiter nach Stratford-Upon-Avon um mir dort Charles Dicken’s ‚A Christmas Carol‘ anzusehen – es ist ja schließlich bald Weihnachten.

Danach ging’s dann zurück an die Themse nach Staines-Upon-Thames. Ein wahres Kuddelmuddel auf dem Thames Path.

Fortsetzung folgt …