Oxford

Oxford

17. Dezember 2018 0 Von Claudia

Nun bin ich auf meiner Reise entlang der Themse also in Oxford angekommen. Dort traf ich im Herbst 2015 im Hostel auf die Wander-Frau.

Ich hab damals im YHA Oxford übernachtet. die Youth Hostel Association (YHA) ist der englische DJH (Deutscher Jugend-Herbergsverband) und wie dieser auch dem internationalen Hosteling International (HI) angeschlossen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis in diesen HI-Hostels stimmt eigentlich immer. Sowohl die Zimmer als auch die Sanitärbereiche und die Küche, soweit vorhanden, werden ausreichend oft gereinigt. Man hat extras wie ein Restaurant mit günstigem Essen oder eben die Küche, Waschmaschinen, evtl. eine kleine Bibliothek und gemütliche Aufenthaltsräume gibts oft auch.

Ich übernachte gern in Hostels und zwar nicht nur, weil es günstig ist, sondern weil man dort des öfteren auch auf Menschen trifft, die einen auf die ein- oder andere Art inspirieren:

Im Schlafsaal

In meinem Zimmer nächtigte auch eine Teilnehmerin von einer Wandergruppe, wie ich später erfuhr. Eine Gruppe Engländerinnen ‘Youth Hostel 50+’ hat sich hier im Hostel für mehrere Tage einquartiert. Die gehen den Thames Path entlang und machen die Teilstücke vor und nach Oxford von hier aus. Sie fahren mit dem Bus zum nächsten Ausgangspunkt und kehren nach der Etappe mit dem Bus wieder nach Oxford ins Hostel zurück. Lediglich die ersten und letzten Etappen sind sie mit vollem Gepäck gewandert. Die Wander-Frau, wie ich sie taufe, ist eine Schottin, die in England wohnt.

Im Zimmer wohnt auch noch eine alte Frau, so um die 80 Jahre alt. Sie war die graue Emminenz unseres Schlafsaals und ich hab sie daher „Die Graue“ getauft. Dann gab es da noch die Australierin, die mit Schachbrett reiste, eine Schauspielerin, die nen Kurs in London belegt hat, eine Asiatin auf Europatour… Ein kunterbuntes Gemisch Reisender, die aus den unterschiedlichsten Gründen unterwegs sind. Ich find das einfach herrlich mich mit den Leuten zu unterhalten und ihre Geschichten zu erfahren.

Den Eingang zur Christchurch Cathedral habe ich erst nach einigem Suchen gefunden. Wenn ich mich richtig erinnere ist das die kleinste Kathedrale Englands oder gar Europas? Mir hat sie jedenfalls ganz gut gefallen. Der „Speisesaal von Harry Potter“ war an dem Tag wegen Prüfungen leider geschlossen, aber vielleicht komm ich ja wieder mal her. Dann kann ich ja nen neuen Versuch starten…

Außerdem findet in Oxford der größte mir bekannte Halbmarathons statt, der #OH, der Oxford Half Marathon. Ein Halbmarathon (als einziger Wettbewerb, also nicht nur als Nebenlauf zu einem Marathons oder so) an dem tausende von Läufern teilnehmen – und ich wollte auch mal bei so nem großen Event starten. Was soll ich sagen – ich fands weniger beeindruckend als ich dachte, denn ich fands viel zu voll. Der kleine Halbmarathon in Wales war da eher mein Ding – aber davon habe ich euch ja schon Anfang November erzählt.

Am Nachmittag, nach dem Halbmarathon habe ich in der gemütlichen Lounge des Hostels verbracht. Ich verziehe mich auf ein Sofa in der hinteren Ecke mit Proviant und Tee und bin zufrieden mit der Welt. Ein bequemes Sofa in einem warmen Raum und ausreichend zu Essen und zu Trinken. Was will man nach einem Halbmarathon mehr?! Ich fühl mich zu Hause 😀

Die Graue und die Wander-Frau waren an diesem Tag bereits abgereist, dafür zogen andere Reisende in meinen Schlafsaal ein. Neue Reisende. Neue Geschichten. Und dann reiste auch ich ab …

Mein, auch von der Wander-Frau inspiriertes, trudeln entlang des Thames Path hat mich nun also wieder nach Oxford geführt. Oxford wird der Ausgangspunkt für die nächste Etappe sein, die mich im Frühjahr ans Ende der schiffbaren Themse führen wird…

Fortsetzung folgt …