Ludwig-Donau-Main-Kanal

Ludwig-Donau-Main-Kanal

5. September 2019 1 Von ClaoWue

von Nürnberg nach Kelheim

Sofort nachdem Freunde meiner Mum mir voller Begeisterung vom ihrer Radltour entlang des Ludwig-Donau-Main-Kanals (hier ein link zu weiteren Kanal-Infos auf der Internetseite des Wasserwirtschaftsamts Regensburg) erzählt hatten, stand für mich fest: Das mach ich! Noch in diesem Urlaub. Sofort legte ich mit den Planungen los: Ich wollte die Strecke auf zwei Tagesetappen radeln – die km-Angaben habe ich übrigens der App BayernRadler (Bayernnetz für Radler – dieser link führt zur Seite des Bayerischen Staatsministeriums für weitere Infos darüber) entnommen. Die gesamte Strecke folgt nämlich noch in bzw. kurz nach Nürnberg komplett dem Fünf-Flüsse-Radweg. Ich dachte, dass ich 80 km schon schaffen könnte. Aber die zweite Etappe machte mir dann doch Kopfzerbrechen, weil ich vom Ende des Kanals in Kelheim dann noch weiter radeln wollte und das ganze dann um die 90 km wären. So weit bin ich noch nie geradelt und das mit den 80 km vom Vortag in den Beinen… Puh, das wird heftig!

  1. Etappe von Nürnberg nach Plankstetten (78 km)
  2. Etappe von Plankstetten nach Kelheim (49 km) und dann gleich weiter entlang der Donau nach Regensburg (39 km)

Von Nürnberg nach Plankstetten

Kurz vor neun am Morgen brach ich In Nürnberg auf und versuchte den Startpunkt des Radlwegs zu finden. Kann es sein, dass der Kanal zugeschüttet ist? Dann überquerte ich eine Straße und stand vor ihm:

Begeistert radelte ich am Kanal entlang. Schnell erreiche ich die Stelle am welcher der Fünf-Flüsse-Radweg dazutrifft.

Der Ludwig-Kanal (wie ich ihn verkürzt nennen werde) erinnert mich voll an die Englischen Kanäle, die ich bisher gesehen habe, aber mit einem entscheidenen Unterschied: Schiffbarkeit! Die englischen Kanäle können von den Narrowboats befahren werden, die man dort überall sieht. Die Schleusen sind nutzbar und folglich mit Infrastruktur wie Pucknickbänken ausgestattet. Im Gegensatz dazu ist der Ludwig-Kanal ne romantische „Ruine“. Die Schleusen sind nicht nutzbar und die meisten Schleusenhäuschen scheinen Privatleuten zu gehöre. Enten bewohnen den Kanal und paddeln munter zwischen den üppigen Wasserpflanzen durch. Seerosen wachsen im Kanal. Teilstücke des Kanals werden als Fischteiche verwendet. Unzählige kleine Drachenfliegen schwirren herum… Sorry, aber ich find den englischen Namen der Libellen einfach besser, noch dazu wenn man ihn übersetzt verwendet * grins *

Irgendwo führte der Kanal über eine Brücke. Leider konnte ich das nicht fotografieren, aber es war total surrealistisch dort zu stehen, den Kanal auf der einen Seite und unter sich ne tiefe Schlucht in die man hinunterblicken konnte … Irgendwo standen zwei Radlerinnen am Wegesrand und hielten den Daumen raus. Häh? Ach nein, die hatte nur gewunken und wollte wissen ob ich ne Luftpumpe dabei hab. Klar doch! Ich hab ihr die Luftpumpe geliehen und die Gelegenheit genutzt eines meiner belegten Brote zu futtern und was zu trinken…. Irgrndwo gab es Kunst am Kanal und man radelte immer wieder an mehr oder weniger schönen Kunstwerken in den unterschiedlichsten Stilen vorbei…

Die Ufer sind nur selten dichter bewachsen und man hat fast die gesamte Strecke bis Berching Blick aufs Wasser. Ach, was heißt Blick aufs Wasser? Man radelt direkt neben dem Kanal!!! Der Radlweg selbst ist bis kurz vor Berching ein gut befestigter Kiesweg. Total klasse!!!

Ab kurz vor Berching merkte ich, wie sehr mich dieser Weg entlang des malerischen Kanals verwöhnt hatte. Der Radlweg ist hier nach wie vor wirklich toll, aber nicht mehr so romantisch, da geteert und teils auch weg vom Kanal bzw. entlang einer mit Autos befahrenen Straße. Aber das ist nun wirklich jammern auf richtig hohem Niveau. In Berching führt der Fünf-Flüsse-Radweg dann zum „großen“ Main-Donau-Kanal. Diesen quälte ich mich dann in der Hitze des frühen Nachmittags die letzten Kilometer bis zum Kloster Plankstetten entlang und dann noch nen Anstieg hoch. Ich bin total fertig und möchte nur noch essen, trinken – und liegen.

Von Plankstetten nach Kelheim

Die Realität hat mich weiterhin wieder. Nochmal: Ich bin auf nem echt tollen Radlweg unterwegs, der durch ne super schöne Landschaft führt – aber durch meinen Kopf spukt immer noch der gigantisch tolle, bezaubernde, malerische Kanal vom Vortag…

Von Plankstetten aus führt der Fünf-Flüsse-Radweg, dem ich weiterhin folge, runter ins Tal der Altmühl, welchem ich bis Kelheim entlang radeln werde. Der gebaute Kanal mündet etwa hier in die Altmühl und die Schiffe früher fuhren / treidelten dann diese entlang zur Donau. Zunächst führte der Radlweg aber abseits irgendeines Gewässers mitten durchs dort noch recht breite Tal.

Dann würde das Tal enger und ich radelte direkt am Ufer der Altmühl mit traumhaft schönen Blicken über den Fluss. Hier gibt’s auch Archäologie-Parks wo man zum Beispiel rekonstruierte Eisenzeit-Häuser bewundern kann.

Auch an der Altmühl musste König Ludwig einiges an Schleusen bauen lassen, um die Durchfahrt bzw. das durchgängige Treideln der Schiffe möglich zu machen. Reste der Schleusen und auch Schleusenhäuschen kann man auch heute noch an der Altmühl sehen.

Das Tal wird enger und die Hänge der umliegenden Hügel steiler und bald waren die ersten Burgen zu sehen: Riedenburg, Prunn, Essing, … Vom Radweg aus wären Abstecher zu Aussichtspunkten möglich gewesen, aber da dies sicherlich einen Anstieg bedeutet hätte und meine heutige Tagesstrecke eh über meinem eigentlichen Radllimit lag hab ich darauf verzichtet.

Weiter ging’s nach Kelheim wo die Altmühl in die Donau mündet. Zu diesem Zeitpunkt nieselte es und so fuhr ich ohne groß Anzuhalten im leichten Nieselregen direkt weiter. Weiter, entlang der Donau Richtung Regensburg. Kurz vor Bad Abbach kam dann auch die Sonne wieder raus und irgendwann hatten mich meine müden Beine dann nach Regensburg gebracht wo das Abenteuer am Vortag mit dem Besteigen des Zugs Richtung Nürnberg seinen Anfang genommen hatte.

An der Donau