Kuddelmuddel am Thames Path

Kuddelmuddel am Thames Path

16. Dezember 2018 Aus Von Claudia

Upps. Nun hab ich ein Kuddelmuddel am Thames Path verursacht. Ich hatte den Urlaub im Dezember weit vor meinem Urlaub im Herbst gebucht. Geplant war u.a. die Strecke von Hampton Court nach Staines-Upon-Thames, die ich im September 2017 wegen dem Fersensporn nicht laufen konnte nun nachzuholen, doch es kam anders…

Ich hatte spontan für September 2018 erneut einen Flug nach England gebucht und war dort bereits das Stück von von Hampton Court bis Reading gewandert (von Schloss zu Schloss und Bergfest).

Nach meinem Aufenthalt  Stratford-Upon-Avon für Charles Dickens ‚A Christmas Carol‘ bei der Royal Shakespeare Company hatte ich das Hotel in Staines-Upon-Thames gebucht um, wie gesagt, das Stück von Hampton Court nach Staines zu erwandern, nur – das hatte sich ja seit dem vorherigen Herbst erledigt. Nun hab ich Leerlauf. Hm, was mach ich nun an diesen beiden Tagen in Staines?

Shoppen, zeichnen und Staines erkunden

Die Einkaufsmöglichkeiten sind hier fußläufig gut erreichbar und so verbrachte ich den ersten Tag damit zu bummeln und vor allem auch zu meiner vor ein paar Tagen in Stratford gekauften neuen Winterjacke eine passende Mütze zu erwerben. Später versuchte ich dann den Ausblick auf die Themse von meinem Zimmer aus zu zeichnen.

Diesmal hatte ich ein Zimmer im Erdgeschoss. Als ich vor ein paar Jahren schon mal in diesem Hotel übernachtete war ich im zweiten Stock, ihr erinnert euch? Wer nochmal nachsehen will für den habe ich den Artikel ‚Einstieg in den Thames Path‘ verlinkt, es ist das letzte Bild dort. 

Auf einem Spaziergang erfuhr ich, dass mein ursprünglicher Plan die ersten Teilstücke am Thames Path von der Thames Barrier  bis Staines-Upon-Thames zurückzulegen tatsächlich ein irgendwie sinnvoller Teilabschnitt gewesen wäre, denn hier in Staines endete vom 12. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts das Recht Londons über die Themse.

Diese Rechte waren recht bedeutungsvoll, denn sie umfassten die Erhebung von Zoll und die Fischereirechte. Die Grenze wurde durch einen Stein markiert, der im Laufe der Jahrhunderte immer wieder mal um ein Stück die Themse rauf oder runter versetzt wurde.

Rein nach London

London ist von Staines aus mit dem Zug in ner guten halben Stunde zu erreichen – und es gab da noch etwas, was ich in London bisher nicht getan hatte. Und so beginnt der zweite Teil des Kuddelmuddels am Thames Path, denn nun fahre ich ganz zurück an der Themse bis nach London …

Wie ihr vielleicht wisst mag ich London nicht wirklich. Es hat tolle Sehenswürdigkeiten und die ein oder andere Gegend ist schön, das Themsenufer zwischen Globe Theatre und dem  London Eye zum Beispiel und dann ist es auch im West End schön zum rumspazieren, der Regents Park und und und … aber im großen und ganzen ist es mir zu voll, zu laut, zu sehr … London.

Was ich mir immer noch nicht angesehen hatte war die Westminster Abbey. Das wollte ich an diesem Tag aber nachholen.  Gespannt betrat ich diese und … Ja, sie passt zu London.

Ich fand sie irgendwie klein. Am TV wirkt sie irgendwie größer – und dann ist sie recht … überfüllt. Es wimmelt dort nur so von großen Grabmälern und Statuen. Klar, da liegen total berühmte Leute begraben – in riesigen Grabmählern. Viele der Könige, die ich unter anderem aus Shakespeare-Stücken kenne liegen da – und ich lief zufällig auch über das Grab von Charles Dickens. Den Zufall fand ich nun klasse, hatte ich mir doch vor kurzem in Stratford-Upon-Avon sein ‚A Christmas Carol‘ angesehen. Allerdings war es viel zu laut in der Abbey:  Führungen, quatschende Leute und dann auch noch mein eigener Audio-Guide… Viel zu unruhig für das richtige Kirchen-Feeling. Versteht ihr was ich meine? Ich konnte mich nicht auf den Raum einlassen und diesen und die Zeitspanne die das Gebäude existiert irgendwie „fühlen“ – von nem Gebet ganz zu schweigen …

Der Krönungsthron steht übrigens auch dort in der Kathedrale. Nachdem der Krönungsstein von den Schotten gestohlen wurde lies der König diesen Thron anfertigen in den dieser reingeschoben werden konnte. Der zu krönende König saß do bequem auf dem schottischen Krönungsstein. Der Stein wurde in den 90ern des letzten Jahrhunderts zurückgegeben. Die Schotten werden diesen aber zu Krönungszwecken zur Verfügung stellen.

Ich entdeckte dann noch einen großen luftigen Raum in dem man die mittelalterliche Bemalung freilegen könnte, denn so weiß wie die gotischen Kathedralen heute sind waren die damals ja nicht. Zeigen kann ich euch das alles nicht, weil das Fotografieren im Inneren der Abbey verboten war, aber im Kreuzgang durfte man.

Am Ende so verlies ich Westminster Abbey „a wee bit disappointed“ und auch etwas überfordert. Draußen wuselte es auch von Menschen und ich konnte mir nicht vorstellen hier noch einige Zeit zu verbringen und mich in die Menschenmenge zu stürzen. Daher bin ich dann auch gleich raus aus London zurück ins beschaulichere Staines-Upon-Thames und hab den restlichen Nachmittag im Hotel mit Blick auf die Themse, viel Tee und nem Inspector Jury Krimi von Martha Grimes verbracht.

Tja, und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen aus England. Also, für mich, denn ihr könnt morgen nach Oxford zurückkehren und von meinen Aufenthalten in Oxford und der Wanderfrau lesen, wenn ihr möchtet.

Fortsetzung folgt …