Einstieg in den Thames Path

Einstieg in den Thames Path

29. Mai 2018 0 Von Claudia

Bereits im Juli 2015 entdeckte ich nach dem Überqueren der Themse ein Schild des Thames Path. Ich fand den Gedanken entlang der Themse zu wandern faszinierend und kaufte mir eine Karte des Wanderwegs. Im Oktober des gleichen Jahres traf ich im Hostel in Oxford, das ja auch an der Themse liegt, ‚die Wanderfrau‘, die mit einer Reisegruppe den Thames Path entlang wanderte. Na, wenn das kein Zeichen war…

Da 184 Meilen, somit 296 km, aber ein recht weiter Weg sind und ich irgendwie auch keine über zwei-wöchige Fernwanderung machen möchte, habe ich den Gedanken erst mal ruhen lassen. Dies änderte sich erst, als ich im September 2017 meinen London-Aufenthalt plante. Ich hatte etwa vier Tage Zeit und so beschloss ich das Teilstück des Thames-Path, das quer durch London führt, zu erwandern und noch eine Tagesetappe dranzuhängen: Etwa 85 km von der Thames Barrier bis Staines-Upon-Thames, wo ich die letzte Nacht vor meinem Rückflug verbringen wollte. Das dürfte doch zu machen sein?!

Ich hatte für diese Etappe vier Tageswanderungen von je ca. 20 km geplant:

  • von der Thames Barrier (Sturmflutsperre) im Osten Londons bis in die City
  • von dort aus dann bis nach Richmond
  • von dort zum westlichen Rand Londons nach Hampton Court
  • und von dort aus raus aus London bis nach Staines-Upon-Thames

Wie ihr sicherlich wisst ist die Themse in London von den Gezeiten bestimmt. Auf Twitter habe ich erfahren, dass sich bei Ebbe auch Gruppen treffen, die sozusagen Themse-Archäologie auf dem Grund der Themse machen. Sie suchen „Strandgut“ und finden auch mal historisches. Dieser link führt zu einem Artikel, der in der ‚Zeit‘ darüber erschienen ist. 

Als ich das las, habe ich mich daran erinnert, dass ich im April 2013 auf dem Grund der Themse einen Geocache geborgen habe. Ich fand es total faszinierend die Stufen hinabzusteigen, auf den Grund des Flusses und auf dem Sand zu laufen. Dann näherte ich mich der Stelle des Geocaches und begab mich unter dem Pier auf die Suche. Ich habe ihn recht schnell gefunden, da ich nur den Fußspuren meines Vorgängers folgen musste 😉

Erst weit im Westen von Greater London, in Teddington, enden die Gezeiten und westlich davon ist die Themse ist ein reiner Süßwasserfluss. Ein Stück weiter Flussaufwärts ist dann der Palast von Hampton Court, den ich bereits im Februar 2011 mit Begeisterung besichtigte. Er wurde im Mittelalter gebaut. Henry VIII hielt dort einige Feste ab. Spätere Könige haben ihn dann moderner erweitert und führt der Palast architektonisch durch die Jahrhunderte. Einige Räume haben eineakustische Hinterlegung, so hört man Fußtritte im Weinkeller und wie jemand Wein in eine Karaffe füllt. Im Hof hört man eine Pferdekutsche vorfahren und Pferde wiehern, … Außerdem bekommt man einen Audio-Guide in dem man von einer Hausangestellten heimlich durch den Palast geführt wird und so einige pikante Details des Lebens dort erfährt. Echt kurzweilig und total interessant!

Kurz nach Hampton Court führt der Thames Path auf der vierten Tageswanderung dann endlich raus aus dem riesigen London und am Ende der Etappe wäre Staines-Upon-Thames erreicht. Hier ist Themse dann schon recht schmal und total idyllisch, wie ich finde.

Staines-Upon-Thames liegt günstig zum Flughafen Heathrow. Dorthin gibts Busverbindungen bzw. kann man sich ggf. sogar ein Taxi leisten, das knapp unter 20 Pfund kostet. Außerdem gibts dort ausreichend Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten -und nach London rein ist es nur etwa ne halbe Stunde mit dem Zug (unter 10 Pfund). Der perfekte Endpunkt für eine Reise entlang der Themse.

Ja, und dann kam alles anders … Der Plan für den Start der Wanderung entlang des Thames Path stand, aber der Beste Plan funktioniert nicht, wenn ein vom Fersensporn schmerzender Fuß dazwischen kommt. Doch das hält einen Weltentrudler natürlich nicht auf! Ich überlegte und schnell war eine Lösung gefunden und mein Abenteuer entlang der Themse konnte trotzdem (fast wie geplant) beginnen.

Fortsetzung folgt…