Dritter Radl-Tag: Donau-Radweg

Dritter Radl-Tag: Donau-Radweg

12. Juli 2018 2 Von Claudia

Bad Gögging – Regensburg (55 km)

Am dritten Tag gehts kurz nach Bad Gögging rauf auf den Donauradweg. Vorbei an Weltenburg und Kelheim über Bad Abbach nach Regensburg.

Ich hatte in der früh spontan beschlossen vorm Frühstück abzudüsen, so um sieben wollte ich los, denn ab Mittag steigt die Regenwahrscheinlichkeit und da wollte ich so weit sein wie möglich geradelt sein. Blöderweise hatte ich das Zimmer am Vortag noch nicht gezahlt und die Rezeption öffnet erst um acht Uhr. Mist! Um halb acht kaufe ich mir daher erst mal Reiseproviant – und dann hatte ich Glück und die Rezeptionistin kam bereits früher zur Arbeit und so konnte ich zumindest um 7.45 Uhr starten.

Ich folge dem Umleitungsschild Richtung Kelheim. Die Stimmung ist herrlich. Die Welt ist nebelverhangen. Die Sonne bricht durch. Tau hängt an den Gräsern. Total malerisch. Vergnügt radle ich in den Tag hinein.

Nach der Umleitung gings dann weg von der Straße und auf unbefestigten Wegen durch Felder und viel Grün. Ich werde von einer Frau, die grad ihren Hund ausführt irgendwie seltsam gemustert und ein- oder zwei andere Radler sehe ich noch. Ansonsten bin ich alleine auf der Strecke. Vögel sangen. Ein Raubvogel saß auf ner Hopfenstange. Schwalben flogen tief über die Felder und machen Jagt auf Insekten. Etwa ne 3/4 Stunde nach meinem Aufbruch dann der erste Donaukontakt. Majestätisch liegt sie da die Donau und da, nach der Biegung tauchen bereits die ersten Felsen auf.

Kurz danach radelte ich in den Ort Weltenburg rein. Da, wie bereits gesagt, wegen dem diesjährigen Niedrigwasser kein Schiff in Weltenburg anlegte und ich außerdem das malerisch gelegene Kloster Weltenburg sowie den Donaudurchbruch schon kannte, folgte ich direkt der Beschilderung Richtung Kelheim. Allen anderen würde ich aber raten auf jeden Fall den Abstecher zum  Kloster Weltenburg zu machen und, je nach Interesse, die Assamkirche zu besichtigen und/oder im Biergarten zu schmausen. Auf jeden Fall sollte man aber eine Schifffahrt (durch den Donaudurchbruch bis nach Kelheim) oder eine Fahrt mit einer der Zillen in den Donaudurchbruch hinein und zurück zu machen. Das ist absolut gigantisch. Hier ein paar Bilder aus dem Jahr 2014, damit ihr euch das vorstellen könnt.

Ich lies den Weg zum Kloster Weltenburg also links liegen und radelte rechts weiter. Der Weg führte bergauf, denn ich musste hinauf auf die Höhe, d.h. aufs Niveau der Felsen. Das sind etwa 120 Höhenmeter. Ich stieg vom Radl ab und schob. Puh, das ist ganz schön steil – und das Gepäck machte nicht gerade besser. Völlig fertig kam ich oben an. Der Radlweg führte über das mit Wald bewachsene Plateau und etwa 5 km weiter bei Kelheim wieder hinab zur Donau. Auch da war es an ein- oder zwei Stellen so steil und steinig, dass ich lieber abstieg und schob.

Um viertel nach neun kam ich in Kelheim an und hatte von einer Brücke aus einen tollen Blick auf die Befreiungshalle. Die hatte ich vor einiger Zeit besucht, d.h. die Überreste der ehemaligen Keltenstadt (link zum Artikel).

Nach einer kurzen Pause mit Blick auf die Donau, die von nun an gemütlich vor sich hinfliest, gings beschwingt weiter. Ich kannte die Strecke bereits und wusste, dass es nun wirklich bis nach Regensburg flach sein und der Radlweg tatsächlich direkt an der Donau entlang führen würde. Ich folgte also den Schildern Richtung Bad Abbach und freute mich über die tollen Ausblicke auf die Donau. Kurz nach Kehlheimwinzer nieselte es mal für ne knappe halbe Stunde. Ich zog meine spärliche Regenausrüstung über: Softshelljacke und Oberschenkelregenschutz  – und das reicht dann zum Glück auch für den Nieselregen. Hätte es richtig fest geregnet, wäre ich doch recht nass geworden, denn ich hab keine richtige Regenausrüstung. Bis kurz vor meinem Aufbruch war für diese drei Tage strahlender Sonnenschein vorhergesagt gewesen und ich hab mich daher nichts mehr ausgestattet. Vor der nächsten Tour sollte ich das aber unbedingt machen. Man lernt dazu 😉

Obwohl ich die Strecke kenne genieße ich die Ausblicke auf die Donau. Ruhig fließt sie dahin. Gemütlich. Es entspannt total ihr zuzusehen. Von Zeit zu Zeit ein Schiff. Mal ein Boot. Enten und andere Vögel sieht man an den natürlich belassenen Uferabschnitten. Und dann natürlich die Umgebung mit Hügeln und immer wieder auch Felsen. Gigantisch schön!

Um halb elf radelte ich dann wieder ohne Regenkleidung durch den echt hübschen Kurort Bad Abbach. Dort wollte ich eigentlich eine größere Pause machen, aber erstens war es zum Mittagessen doch noch etwas früh und zweitens war es grad wieder trocken. Ich beschloss daher weiterzuradeln. Jeder trocken geradelte Kilometer zählt.

Doch die fehlende Pause machte sich mit jedem weiteren zurückgelegten Kilometer immer mehr bemerkbar. Je weiter ich mich Regensburg näherte, desto zäher liesen sich meine Füße bewegen – und auch der Hintern tat langsam echt weh. Ein paarmal blieb ich kurz stehen und genoss den Blick auf „meine“ Donau, aber nie lange, denn nun zog es mich echt nach Hause. Um etwa zwölf Uhr kam ich dann an …

I did it!!!

 

Etwa 160 km (plus um die 15 km wegen dem Umweg über Pullach) waren es von München nach Regensburg, die ich in drei Tagen radelte. Die Strecke war abwechslungsreich und barg einige Überraschungen. Hat echt Spaß gemacht.

Ich mache nun erst mal eine Pause, aber ich habe vor in absehbarer Zeit den Fernradweg München – Prag, zumindest bis zur Grenze in Furth im Wald, weiterzuradeln. Von daher kann ich sagen, dass wohl irgendwann eine

Fortsetzung folgt…