Das Oppida in Kelheim (Niederbayern)

Das Oppida in Kelheim (Niederbayern)

4. Juni 2018 0 Von Claudia

Auf dem Michelsberg über Kelheim stand früher das große keltische Oppidum Alkimoennis. Geschützt war es durch drei Wälle, von denen noch zwei existieren (link zur Quelle des Zitats: kraftvolle-orte.de).

In Kelheim gibt es dazu ein Archäologisches Museum, dass sich unter anderem auch mit dem keltischen Oppidum (link zur Website des Archäologischen Museums in Kelheim) beschäftigt.

Von der Stadt und dem Leben in der Stadt weiß man wenig. Die von den Kelten vor über 2000 Jahren errichteten Holzhäuser sind verschwunden und nur ein paar Abfallgruben blieben erhalten. Mehr Infos erhält man da von den Grabbeigaben in den Gräbern. Das große Gräberfeld bei Kelheim in dem die Gräber von der Urnenfeldzeit bis zur La Téne Zeit reichen, hat da einige Erkenntnisse gebracht.

Ich dachte ja, die Kelten hätten keine Schrift gehabt, weil man von ihrem Leben so wenig weiß. Jedoch verwendeten die Kelten für geschäftliche Dinge durchaus die griechische Schrift. Aber das Aufschreiben von Mythen, Kulthandlungen, Opferritualen, d.h. allen religiösen Dingen zu denen auch das Heilen von Krankheiten gehörte, war ihnen offensichtlich verboten. Das Wissen blieb allein den Köpfen der Druiden vorbehalten und wurde in einer langjährigen Ausbildung an die Schüler weitergegeben.

Die antiken Geschichtsschreiber sahen die Druiden einerseits als blutrünstige Barbaren an, andererseits verglichen sie sie wegen ihrer Weisheit mit den griechischen Philosophen. Dies bestätigt der römische Politiker und Intellektuelle Marcus Tullius Cicero: Als der gallische Haeduerfürst Diviciacus im Jahr 61 vor Chr. in Rom weilte, stattete er dem einflussreichen Cicero einen Besuch ab. Dabei erklärte dieser einzige namentlich genannte Drude, die Erforschung der Natur der Dinge sei ihm bekannt und er könnte die Zukunft voraussehen. Manchen griechischen und römischen Gelehrten erinnerten deshalb die Duden an die ursprünglich in Süditalien beheimatete Philosophenschule des Pythagoras. Auch deren Angehörige umgaben sich mit dem Schleier des Geheimnisvollen und glaubten an eine Seelenwanderung nach dem Tod. (link zur Uni Bonn, der Quelle des Zitats: Von Göttern und Helden – Die mythische Welt der Kelten, Germanen und Wikinger von Arnulf Krause)

Bestand ein Zusammenhang? Man wird es wohl nie endgültig herausfinden. Nachdem Rom die gallischen Gebiete erobert hatte ist eine Theorie, dass die Druiden wohl als Weise und Gelehrte überlebten…

Kelheim, Mai 2018 n.Chr.

 

Aber zurück nach Kelheim. Dort angekommen erklomm ich den steilen Weg zur Befreiungshalle, ging an ihr vorbei und stolperte kurz vorm Parkplatz über die Rekonstruktion der Keltenmauer. Naja, wohl eher eine Demonstration, weil das Original etwa 6 m hoch war – und diese hier grad mal so groß wie ich. Irgendwie enttäuschend…

Dann folgte ich dem Archäologischen Wanderweg und stehe plötzlich davor. Vor der inneren Stadtmauer der Keltenstadt. Drei davon gab es mal. Zwei kann man als Wall noch sehen. Ich bin begeistert! Errichtet vor über 2000 Jahren – und man sieht es immer noch. Ich besteige den Wall und versuche mir die Mauer so vorzustellen wie sie damals war – und plötzlich fühle ich mich den Kelten total nah, sehe vor meinem Inneren Auge Holzhäuser und Kinder zwischen ihnen Fangen spielen. Ein Stück weiter ist ein Tor in der imposanten Mauer. Ich bestaune das Bauwerk.

Kelheim, 300 v.Chr.

„Wir haben erst den Erdwall aufgeschüttet. Danach wurden davor die Holzpfeiler aufgestellt und mit Steinen aufgefüllt. Danach haben wir den Zwischenraum mit Erde gefüllt“, höre ich eine Stimme hinter mir. Ich drehe mich um und sehe einem Mann in Tunika mit Speer in der Hand . Offensichtlich eine Wache. „Die Mauer ist total beeindruckend! Und der Graben davor!“ Er blickt hinüber: „Naja, das hat sich so ergeben als wir den Wall gebaut haben.“ – „Also kein Wassergr…“, ich unterbreche mich. Wassergräben. So was blödes! Wir sind ja hier nicht im Mittelalter. Ist ja erst Eisenzeit.

„Wasser? Ach so, ja am kleinen Fluss sind die Häuser. Der Große Fluss, der ein Stück weiter durch die Felsen bricht, hat kein so zugängliches Ufer, ist aber eine wichtige Handelsverindung.“ – „Ah, für Salz, Eisenerz und so?“ – „Richtig! Und Bernstein nicht zu vergessen! Eisenerz bauen wir hier innerhalb der Mauer übrigens selbst ab.“

Blick auf den „großen Fluss“, die Donau. Der Donaudurchbruch liegt um die Kurve. Die Kelten hatten hier übrigens bestimmt eine besser Aussicht, denn so viele Bäume standen zur Keltenzeit wohl nicht hier herum. Die haben nämlich ihre Häuser aus Holz gebaut, die Stadtmauer, Boote und dann noch Brennmaterial für Eisenbearbeitung gebraucht. Der Holzbedarf muss gigantisch gewesen sein.

Ich erwähne, dass ich mich ins Tal begeben werde, dorthin, wo der kleine Fluss in den großen mündet. „Ah, die Toten besuchen. Die alten Grabhügel aus der Zeit in der das Eisen noch unbekannt war, sind näher am Fluss. Die jüngeren weiter von ihm weg. Heutzutage lässt aber fast niemand mehr einen Grabhügel anlegen. Die meisten verstreuen die Asche ihrer Angehörigen an Heiligen Plätzen.“

Ich verabschiede mich von ihm und mit der Tardis geht’s zurück in die Gegenwart.