150/Woche

„Mehr Bewegung? Dann muss ich aber sofort anfangen. Jetzt gleich! Sonst wird das nichts!“, und ich setzte mich an den Computer …

Anfang Oktober 2007

Ich war im Internet über einen Fragebogen gestolpert von wegen wie hoch das Risiko sei innerhalb der nächsten 10 Jahren an Diabetes Typ II zu erkranken. Das Ergebnis gefiel mir nicht wirklich, zumal das Risiko mit zunehmendem Alter automatisch steigt. Doch ich konnte was tun um das Risiko runterzuschrauben: Mehr Bewegung!

Nach einer Recherche in Internet und Bücherei hatte ich beschlossen:

  • Bereits 5 x 30 Minuten wöchentliche Bewegung (so dass man leicht ins Schwitzen kommt) haben einen positiven gesundheitlichen Effekt. 2 ½ Stunden = 150 Minuten / Punkte pro Woche.
  • Der „Sportminutenzähler“ wird jeden Montag früh neu gestartet, egal was in der Vorwoche war. Also keine Überträge von Minus- oder Plus-Minuten von der einen in die andere Woche. Es gibt nur 0 oder 1, geschafft oder nicht geschafft.
  • Eine Minute Ausdauersport zählt eine Minute und für sonstige Bewegung gibt’s zusätzlich Punkte. Hier wird’s aber etwas tricky, denn für welche Art der Bewegung ich mir wieviele Punkte gutschreibe, habe ich im Lauf der Zeit mehrfach geändert. Doch genau diese Flexibilität ist es, warum ich es geschafft habe all die Jahre durchzuhalten.

ALLER ANFANG IST SCHWER (2007 bis 2010)

Anfangs erkämpfte ich mir die 2 ½ Stunden Bewegung wöchentlich mühsam mit Walking, Radeln, Kick Bo, diversen Sport DVDs sowie Zeitgutschriften für Hausarbeit und Sightseeing.

Ins Sportjahr 2008 startete ich mit dem Vorsatz künftig auch zu laufen. In diesem Jahr lernte ich auch den Inneren Schweinehund nur zu gut kennen, doch ich schaffte es immer wieder mich von ihm loszureißen und am Ende des Jahres lief ich dann tatsächlich die 5 km am Stück. Auch 2009 begleitete mich der Innere Schweinehund und 2010 machte mir ein Fersensporn das Leben schwer.

Mit Vergnügen, aber wechselndem Erfolg, ging ich in diesen Jahren Wandern, Langlaufen und Nordic Walking, Fußballspielen, Schlittschuhfahren, Radeln und Schwimmen.

  • 2007 – Wochenschnitt von 144 Minuten / 2:24 Std
  • 2008 – Wochenschnitt von 150 Minuten / 2:30 Std
  • 2009 – Wochenschnitt von 135 Minuten / 2:15 Std
  • 2010 – Wochenschnitt von 155 Minuten / 2:35 Std

SOFTBALLJAHRE (2011 bis 2013)

Im Sommer des Jahres 2011 fragte mich eine Freundin ob ich nicht mit zum Softballspielen kommen wollte. Softball? Baseball?! Aber klar doch! Da die genaue Bewegungszeit beim Softball ja echt schwierig zu ermitteln ist, schrieb ich mir für jedes Training oder Spiel pauschal 60 Minuten, äh nunmehr Punkte gut.

Mein sportliches Hauptaugenmerk lag in diesen Jahren klar auf dem Softballspielen. Mehrmals Training die Woche und ggf. mit dem Radl dorthinfahren – die 150 Minuten brachte ich so locker zusammen. Dennoch begann ich 2013 wieder mehr zu laufen, denn im Herbst nahm ich mit anderen Soft- und Baseballspielern an meinem ersten Lauf-Wettkampf, einem Staffellauf, teil. Angestachelt davon lief ich im Urlaub bei einem 5 Meilen-Charity-Lauf mit – bevor ich mich zum ersten mal im Leben auf ein Pferd setzte und Reitstunden nahm.  

Diese Bewegungs-Sache machte mir nun endlich wirklich Spaß und den Inneren Schweinehund sah ich kaum in diesen Jahren, wie man auch der Statistik entnehmen kann:

  • 2011 – Wochenschnitt von 177 Punkten / 2:57 Std
  • 2012 – Wochenschnitt von 175 Punkten / 2:55 Std
  • 2013 – Wochenschnitt von 183 Punkten / 3:03 Std

ICH BIN LÄUFER (2014 bis 2016)

Das Jahr 2014 lief wegen eines von Zeit zu Zeit rumzickenden Fersensporns und nem schmerzenden Ellenbogen, der mich lange Zeit vom Softballspielen abhielt, nur so einigermaßen. Trotzdem hatte ich es, auch Dank der Community ‚Google+ Running/Laufen‘, geschafft am Jahresanfang beim Com-Lauf (Treffen einiger Leute aus der Community) erstmals 10 km zu laufen. Bis zum Jahresende baute ich diese auf 10 Meilen aus.

Zeit fürs Lauftraining hatte ich mehr als genug, nachdem ich wegen der anhaltenden Probleme mit dem Ellenbogen das Softballspielen aufgegeben hatte. Der „Golfellenbogen“ beinträchtige mich doch sehr bei der Arbeit am Computer und mir war klar, dass ich eine Sache aufgeben musste, da beides auf Dauer nicht ging. Naja, und da ich ja irgendwie das Geld für neue Laufschuhe verdienen muss… 😉

Ja, und so lief ich im Frühjahr 2015 meinen ersten Halbmarathon und hängte im Lauf des Jahres gleich noch zwei weitere dran. Das Jahr drauf lies ich es dann mit nur einem Halbmarathon und zwei 10 km Läufen etwas gemütlicher angehen.

Auch in diesen beiden Jahre nahm ich an den Com-Läufen teil, was super motivierend war. Was soll ich noch sagen? Es lief einfach gut!

  • 2014 – Wochenschnitt von 124 Punkten / 2:04 Std (564 km gelaufen)
  • 2015 – Wochenschnitt von 197 Punkten / 3:17 Std (666 km gelaufen)
  • 2016 – Wochenschnitt von 163 Punkten / 2:43 Std (700 km gelaufen)

DER EINBRUCH (2017 und 2018)

Voll motiviert startete ich mit einem Halbmarathon in Bad Füssing Anfang Februar ins neue Jahr. Dummerweise machte sich kurz darauf der Fersensporn bemerkbar. Den Wings for Life im Mai lief ich noch mit, aber bereits Pfingsten war es mit dem Laufen vorbei und ich konnte am Com-Lauf nur mit Inlinern teilnehmen.

Orthopäde, Stoßwelle  und Physiotherapie. Aus Orthopädensicht ist Laufen o.k., wenn ich Einlagen trage und nicht zu weit, da die Fußmuskulatur beim Laufen ermüdet und dann erschlafft und dann geht jeder Schritt voll auf die Sehne und das schafft die Probleme. Offenbar kommt bei mir dieser Punkt früher als bei andern… Weil es ewig nicht besser wird bin ich irgendwann so gefrustet, dass ich sogar aus meiner geliebten Lauf-Com austrete. Bewegungsmäßig verging das Jahr dann mit Schwimmen, Radeln, Daffyboard (Wackelbrett) und Jonglierversuchen.

Das Jahr 2018 kam und ich begann wieder mit dem Laufen. Ich nahm wieder am Wings for Life teil und am KKH-Lauf und dem Firmenlauf. Nach jedem Wettkampf nahm mich der Innere Schweinehund, der seine Chance erkannt hatte, beiseite und meinte das wäre doch sicher total frustrierend nur einen Bruchteil dessen zu laufen was mal möglich war und was das mit dem Sport überhaupt für ne unsinnige Idee sei. Millionen von Menschen würden doch ganz glücklich leben ohne.

Ich schaute ihn dann an, den Inneren Schweinehund, schnappte mir ein Buch und legte mich aufs Sofa und las. Mühsam rappelte ich mich jedesmal vor dem nächsten Wettkampf wieder auf um mich zumindest einigermaßen darauf vorzubereiten, aber von mal zu mal fiel es mir schwerer die etwa 6 km zu laufen. In der zweiten Jahreshälfte hatte der Innere Schweinehund gewonnen. Ich lief praktisch gar nicht mehr. Erst kurz vor Weihnachten wehrte ich mich dann endlich gegen den Inneren Schweinehund:  „Halt die Klappe!!!“, rief ich und ich schlüpfte in meine Laufschuhe und lief los – die wegen des baldigen Endes von Google+ (derzeit) auch auf MeWe zu findende Lauf-Com (Achtung: der link führt direkt zur Com auf MeWe) an meiner Seite. 

  • 2017 – Wochenschnitt von 175 Punkten / 2:55 Std
  • 2018 – Wochenschnitt von 166 Punkten / 2:46 Std

Weiter geht’s (2019 …)

Wie soll ich die ersten Monate des Jahres zusammenfassen? Den Kampf mit dem Inneren Schweinehund hinsichtlich Laufen gewinne ich regelmäßig, das heißt es läuft – aber es läuft zäh, zumal ich in den ersten Wochen des Jahres nur selten über 150 Punkte komme.

Doch dann läuft es besser, vor allem auch mit dem Laufen und ich schaffe es immer öfter über die 150 Punkte – bis dann mein Fuß Ende Mai wieder zum rumzicken anfing und ich aufs Radl umsteigen musste um die Wochen-Punkte zu erreichen. Im Juni brachte mich ein hartnäckiger Virus aus dem Tritt.

1. Halbjahr 2019: 137 Punkte (2:17 Std) im Wochenschnitt

Da heißt es im nächsten Halbjahr aber nen Zahn zuzulegen!

Wird fortgeführt …